«Antigone»
«Telebühne» vom 2. Juli 1980, SF

„1980: Die Schweizer Jugend rebelliert
und verlangt kulturelle Freiräume.
Speziell in Zürich fliegen bei zahlreichen
Krawallen die Fetzen. Und bei SF
DRS fragt man sich: Wie soll die anarchistisch
gefärbte Revoluzzertruppe
thematisch eingebunden werden? Eine
Antwort darauf heisst «Telebühne».
Das Leutschenbach lädt am 2. Juli
1980 Vertreter der Jugendbewegung
zur Livesendung ein. Titel: «Antigone
– Widerstand gegen die Staatsgewalt».
Wie in jeder «Telebühne» wird das
Thema durch ein Theaterstück veranschaulicht
– mit «Antigone», einem
Werk, das den zivilen Ungehorsam
zum Inhalt hat. Doch kaum ist die Aufführung
beendet und die Diskussion
unter Moderator Andreas Blum eröffnet,
beginnen die Störmanöver der
meist vermummten Gäste. Statements
von anwesenden Politikern
wie dem Zürcher Erziehungsdirektor
Alfred Gilgen (*1930, LdU) gehen im
Gejohle unter. Blum schafft es nicht,
das Chaos in den Griff zu kriegen.
Die Konsequenz: Die Sendung wurde
abgebrochen – und das Experiment,
Vertreter der Staatsgewalt mit der
Jugendbewegung zu einer sachlichen
Diskussion zusammenzuführen, war
kläglich gescheitert.“ (Gion Stecher)

 

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