Das Millionenspiel
TV-Thrillergroteske, 18.10. 1970, ARD

 

„«Wir begrüssen Sie zum letzten Spieltag
des Millionenspiels», hiess eine
Fernsehansagerin die Zuschauer willkommen,
dann versprach sie lächelnd:
«Sollte der Kandidat vorzeitig den Tod
finden, so erwartet Sie ein umfangreiches
Unterhaltungsprogramm mit
vielen beliebten Künstlern.» Was dann
folgte, war alles andere als leichte
Kost. Im Gegenteil, denn schon bald
machte sich Entsetzen breit. Vor laufender
Kamera jagen drei Killer einen
Mann namens Bernhard Lotz (Jörg
Plewa), der 1,2 Mio. DM erhält, falls
er die Jagd überlebt. Töten ihn die drei
Killer, erhalten sie dafür 120 000 Mark.
Tausende geschockte und wütende
Zuschauer griffen zum Telefonhörer –
hunderte schickten aber auch ihre
Bewerbungen. Dass alles bloss Fiktion
war, merkten die wenigsten. Ebenso,
dass z. B. der Showmaster von Dieter
Thomas Heck und einer der Killer von
Dieter Hallervorden gespielt wurde.
Mit dem «Millionenspiel» demonstrierte
Drehbuchautor Wolfgang Menge
(«Stahlnetz», «Tatort») während
95 Minuten anschaulich, wie die Jagd
nach Quote, gepaart mit der Gier
nach Sensation und einem zünftigen
Schuss Voyeurismus, die Zukunft
des Fernsehens bestimmen würde.“ (Gabrielle Jagel)

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