«Becker 1:1»
Talkshow, 27. 4.–15. 12. 2004, DSF

„Es gibt Sportstars, die machen am
Bildschirm eine wirklich gute Figur –
solange sie dabei ihre Sportart ausüben.
Wagen sie sich aber auf fremdes
Parkett, kann sich alles rasch
ändern. Diese Erfahrung musste auch
Boris Becker machen. So traute sich
der nicht gerade für seine Sprachgewalt
bekannte Tennisstar eine eigene
Talkshow zu. In «Becker 1:1» wollte
er anderen Sportgrössen – man kennt
sich ja schliesslich untereinander –
auf den berühmten Zahn fühlen. Doch
irgendwie fehlte Bobele das Talent für
bohrende Fragen. Denn diese waren
eher in Watte gepackt, als dass sie
den Nerv trafen.
Dabei begann alles so gut. Die erste
Sendung mit Talkgast Ottmar Hitzfeld
bescherte DSF an die 500 000
Zuschauer. Doch dann blieben die
Zuschauer weg, auch als dem 3-fach-
Wimbledon-Sieger Gäste wie Anni
Friesinger, Franz Beckenbauer,
Rudi Völler, Witali Klitschko
oder
Johannes B. Kerner gegenübersassen
– die Quoten fielen ins Bodenlose.
Vorerst hielt der Sender zu seinem
Talker. «Boris schwimmt sich
frei», hiess es. Doch der ging kläglich
unter. Nach gerade mal elf Sendungen
zog DSF den Stöpsel.“
(Gabrielle Jagel)

Ein Ausschnitt aus TV-Total.