«Aktenzeichen XY»
Kriminalistik, 20.10.1967, ZDF

«Den Bildschirm zur Verbrecherbekämpfung nutzen, das ist der Sinn dieser Sendereihe.» So begrüsste Eduard Zimmermann (1929–2009) die Zuschauer am 20. Oktober 1967 bei der Premiere von «Aktenzeichen XY … ungelöst».Das von ihm entwickelte Konzept: In Kurzfilmen wird ein Verbrechen von Schauspielern nachgestellt. Die TV-Zuschauer sollen danach mit Hinweisen mithelfen, die Fälle zu lösen. Schon in der 6. Folge wird der Mord an Verleger Bernhard Boll aufgeklärt: Eine Uhr verrät den Täter. In den ersten Jahren entwickelt sich «Aktenzeichen XY» mit einer Quote von 72 % zum Hit, die Aufklärungsquote liegt bei 42 %. 1969 steigt auch die Schweiz bei der Eurovisionssendung ein. Doch 2004 ist wieder Schluss, da das ZDF die Ausstrahlung von Freitag auf Donnerstag vorzieht, den altbewährten «Dok»-Platz. Fortan setzt SRF freitags auf Sitcoms und «Quer». «Aktenzeichen XY» aber gibt’s bis heute: Seit Januar 2002 fahndet Rudi Cerne am TV nach Tätern. 1978 wurde der damalige Eiskunstlaufprofi übrigens selbst verhaftet, am Flughafen Düsseldorf. Man hielt ihn für den Terroristen Christian Klar. (Carlotta Henggeler)

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