«Talentschuppen»
Musikshow, 1966–1985, ARD

 Castingshows gibt es nicht erst seit Dieter Bohlen & Co. Die Mutter all dieser Shows im deutschsprachigen Raum stammt aus der Zeit der Studenten-Revolten: 1966, als die Rolling Stones mit dem Song «Paint It, Black» neue Massstäbe setzten, wagte sich der Südwestfunk mit einer neuen Musiksendung in den Vorabend. Der «Talentschuppen»war anders: Nicht Stars traten da auf, sondern unbekannte Gesangstalente, die ihr musikalisches Können unter Beweis stellen konnten. Wenn sie überzeugten, durften sie erneut auftreten – und das gleich mehrmals. SWR-Unterhaltungschef Dieter Pröttel war so überzeugt vom Konzept der Sendung, dass er sie auch gleich selber moderierte. 1973 übergab er sie an den Schlagersänger Bill Ramsey, bevor er das Format 1982 wieder übernahm. Wie erfolg-reich die Sendung war, zeigt sich u. a. an den vielen namhaften Künstlern, die im «Talentschuppen» ent-deckt wurden: Joy Fleming (1968), Juliane Werding (1971), Bernd Clüver (1971), Hape Kerkeling (1981), Reinhard Mey oder Michael Schanze (1968), um nur einige zu nennen. Der «Talentschuppen» hielt sich 19 Jahre im Programm. Auch eine reife Leistung. (Von Gabrielle Jagel)

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