Boris Beckers 1. Wimbledon-Sieg 
Tennismatch, 7. 7. 1985, ZDF 

Doppelfehler! Auch der zweite Matchball ist weg, Mutter Elvira schlägt auf der Tribüne die Hände vors Gesicht. Doch ihr Junge bleibt ruhig, weigert sich, darüber nachzugrübeln, dass er kurz davorsteht, Tennisgeschichte zu schreiben. 4. Satz, 5:4, 40:30 – ein Matchball bleibt noch, über 11 Millionen Deutsche zittern vor dem Fernseher mit. «Ich konzentrierte mich auf den Ballwurf und haute einfach drauf», wird Boris Becker später sagen. Genau das tut er: Ein harter Aufschlag, Finalist Kevin Curren (SA) trifft den Ball mit dem Rahmen, retourniert ins Nichts. «Jaaa!!!», schreit der 17-jährige Boris, reisst die Arme hoch, reckt die Fäuste in den Londoner Abendhimmel und wirft seinen rotblonden Schopf in den Nacken. «Game, Set and Match Becker.» ZDF-Live-Reporter Rainer Deike (67) erinnert sich: «Das war ein Ereignis von höchstem sporthistorischem Rang. Das war es damals – und das ist es immer noch.» Es bedeutete nicht weniger als den Urknall des deutschen Tennis: die Geburtsstunde eines Helden. Und längst ist vergessen, dass ein paar Monate zuvor derselbe Boris Becker an den Swiss Indoors ’84, kaum beachtet auf einem Nebenplatz, sein Basler Debüt gab. (Mathias Neu)

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Wer wissen will, was Boris Becker so denkt und treibt, kann ihm auf seinem Twitterkanal @theborisbecker folgen.