«Musik aus Studio B» 
Show, 1961–1976, ARD

Ende der 50er-Jahre wurde der deutsche Schlager im Radio immer populärer, und das Fernsehen fürchtete, den Anschluss zu verpassen. Doch wie macht man Radio am Fernsehen? Die Lösung war rasch gefunden: Ein beliebter Radiomoderator musste her. Die Wahl fiel auf den Engländer Chris Howland (84), dessen britischer Akzent und knarrende Stimme bei den deutschen Hörern gut ankam. Obwohl für ein jüngeres Publikum gedacht, lief «Musik aus Studio B»alle sechs Wochen erst um 21.00 Uhr und wurde bald schon zur populärsten TV-Schlagershow Deutschlands. Sicher auch wegen der Live-Auftritte von Interpreten wie Roy Black oder Eurosong- Siegerin France Gall, aber es war vor allem Howland, der der Show ihre unverkennbare Note gab. Doch hinter den Kulissen wurden die Spannungen immer grösser, was Frohnatur Howland zu schaffen machte. Nach acht Jahren liess er seinen Vertrag auslaufen – die Sendung wurde eingestellt. Aufgrund grosser Zuschauerproteste sah sich die ARD gezwungen, «Musik aus Studio B» wieder aufzunehmen. Viele Moderatoren (u. a. Henning Venske und Katja Ebstein) folgten – keiner aber kam an Chris Howland heran. 1976 war dann endgültig Schluss. (Gabrielle Jagel)

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