Kassensturz
März 1978, SRF

In der Sendung vom 10. März 1978 widmete sich das Konsumentenmagazin «Kassensturz» des Schweizers liebstem Büchsenprodukt: den Ravioli. Der Beitrag, gedreht im Stil eines Gangsterfilms, deckte auf, was sich so alles in den kleinen Teigtaschen befindet. So erfuhr der Zuschauer nicht nur, dass die Schweizer Ravioli von schlechterer Qualität sind als die österreichischen, sondern auch, dass der Inhalt der Büchsen zu zwei Dritteln aus Wasser bestand. Die plastische Darstellung dessen, was sich alles in den Ravioli befinden könnte – gezeigt wurden Innereien und ein Schweinskopf –, war für die Produzenten verheerend: Der Umsatz brach völlig zusammen. Eine Ehrverletzungsklage der Hersteller gegen den «Kassensturz»-Redaktionsleiter André Francioli liess nicht lange auf sich warten, ebenso wie eine Schadenersatzforderung gegen die SRG. Erst Ende November 1982 einigte man sich vor dem Obergericht, die Prozesskosten wurden aufgeteilt. Besonders pikant: Im Januar 1979 wurde der «Ravioli»-Beitrag an einem Verbraucherfilm-Wettbewerb in Berlin mit Gold ausgezeichnet. Begründung: Der Beitrag habe «in ungemein amüsanter Art» die Qualität der Schweizer Ravioli-Konserven schonungslos aufgedeckt. JAG

 
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