«APF Blick»
22. 10. 1985, Sat 1, Talkshow

Keiner war so gefürchtet für seine Wutausbrüche wie der deutsche Schauspieler Klaus Kinski (1926–91), keiner war so schnell von 0 auf 100 wie er. Doch das war überhaupt kein Grund für die Fernsehsender, das Enfant terrible nicht in Sendungen einzuladen. Im Gegenteil. Der Grund war simpel: Klaus Kinski sorgte für irre gute Quoten, denn die Zuschauer ergötzten sich regelrecht an den Wutausbrüchen des Schauspielers, schlossen Wetten ab, wie lange es wohl dauert, bis Kinski ausflippt.
Das führte dazu, dass es viele Interviewer drauf anlegten, ihn mit Sticheleien zur Explosion zu bringen. Wie etwa Sat 1-Moderator Armin Halle in seiner Sendung «APF Blick». Er wollte um jeden Preis einen echten Kinski- Ausbruch in seiner Talkshow erleben. So feixte und spöttelte er über Kinskis Karriere («wenn Sie je eine hatten»), fragte provokativ: «Warum haben Sie sich vor kurzem so unverschämt gegenüber unseren Kollegen in der NDR-Talkshow benommen?» Das reichte. Kinski ging wie erwartet der Deckel hoch. Er schnappte sich das Mikro des Moderators, feuerte ihm ein «Fuck you!» entgegen und verliess das Studio, «Asshole!» und «Shit!» brüllend. Armin Halles Kommentar: «Ja, das finde ich prima.» Auftrag erfüllt.

Video:
http://www.fernsehmuseum-hamburg.de/klauskinski.html

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