«Portugal – England»

Fussball-EM, 24. 6. 2004, SRF 2

Es ist der Abend des 24. Juni im Estádio da Luz von Lissabon, EM-Viertelfinal Portugal – England. Die 89. Minute läuft, es steht 1:1, Freistoss für England. Sol Campbell steigt hoch, köpfelt, Goal! Doch die Briten jubeln nicht lange. Denn Schiri Urs Meier entscheidet auf Foul von John Terry. Er habe den portugiesischen Torwart Ricardo Pereira behindert. Am Ende verliert England 5:6 nach Penaltyschiessen. Das Mutterland des Fussballs ist fassungslos: Welch ein Fehlentscheid! Das üble Nachspiel beginnt am nächsten Tag. Reporter des Boulevardblatts «The Sun» fahren in die Schweiz und legen vor Urs Meiers Haushaltswarengeschäft eine riesige Englandfahne auf den Boden mit dem Spruch: «Stick it up your Urs!» Frei übersetzt: «Steck sie dir in deinen Ursch!» Meier erhält Morddrohungen, steht sogar eine Zeitlang unter Polizeischutz. Heute, zehn Jahre nach der umstrittenen Szene, ist der Groll längst verflogen. Zwar sind die Briten nach wie vor überzeugt, dass Meier falschlag (die meisten Experten gaben Meier recht), aber es herrscht eher die Meinung: Was kann der Schweizer dafür, wenn wir (wie fast immer) im Penaltyschiessen verlieren?

Weblaw Forum 2012 – Urs Meier «Zwischen den Fronten – Faire Entscheidungen unter Druck»

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