«Kuli gegen Geissler»

15. 1. 1988, NDR-Talkshow

Die NDR-Talkshow vom 15. Januar
1988 fing ganz harmlos an: Hans-
Joachim Kulenkampff (1921–1998),
Deutschlands beliebtester Showmaster,
war nach vielen Jahren wieder mal zu
Gast in der Sendung. Ganz artig erzählte
er mit gewohnt blumigen Worten
von seinen Theater-Engagements, von
Produzenten, die bei ihm in Ungnade
gefallen waren – und von seiner Meinung
zu politischen Themen. Da passierte
es. Unverhofft kam ihm über die
Lippen, der Heiner Geissler also, der
CDU-Generalsekretär, der sei ein Hetzer,
«schlimmer als Goebbels».
Der Skandal war komplett, und Kuli ärgerte sich später über sich:
«Warum habe ich Rindvieh nur nicht
‹der schlimmste seit …› gesagt? Kein
Aas hätte mir da an den Wagen fahren
können.» Zwei Wochen später war
«Kuli» wieder Gast in der NDR-Talkshow.
Ebenfalls anwesend: der sehr
beleidigte Heiner Geissler. Wie von der
Redaktion erhofft, kam es dann zum
versöhnenden Handschlag. Kulenkampff
nahm «hundertmal, tausendmal» seine Beschimpfung zurück,
Geissler akzeptierte grosszügig. Auch
für den NDR ging die Rechnung auf: Mit
über 30 Prozent hatte er mehr Sehbeteiligung
als Thomas Gottschalks «Wetten,
dass …?» am nächsten Abend.

YouTube Preview Image